Christoph Trummer

Der Auftritt

Gesang mit Gitarre, 45 Minuten oder 2x30 Minuten

CD-Kritik:

Sein Erstling "Night Light" hat ihn zum Kritikerliebling und Radioliebling gemacht, als grosses Talent, ja Entdeckung, 27, aus Frutigen gefeiert.
Damals schon stark Americana-lastig (Produzent Reto Burell), hat sich Trummers Musik gewandelt und geöffnet.

Immer noch sind da die folkigen Sachen, es darf aber auch Richtung Pop mit dabei haben, soulig sein und etwas von nordischen Melancholieeinflüssen spüren lassen. Trummer wird wieder gelobt!

Trummer: Anyways (SoundService).  

Biografie

Frutigen im Berner Oberland ist nicht für vieles bekannt, dessen ein Weggezogener noch stolz ist. Ein Dorf zwischen Bahnachse, Freikirchen und serbelndem Kleingewerbe. Die grosse Ausnahme ist nun auch bereits seit einigen Jahren von den Veranstaltungskalendern verschwunden, und doch wirkt es immer noch nach: Das bis Austin, Texas bekannte und geliebte Internationale Singer/Songwriterfestival das fast zwanzig Jahre lang in Frutigen seine Heimat hatte. Im Gründerverein sass unter anderen Vater Trummer.

Doctor Snugler, 1993 - 1996
So kam es, dass der junge Trummer, eigentlich ein Hardrockfan, mit Kris Kristofferson, Steve Young und Guy Clark aufwuchs. Lange Ferienfahrten in den Süden, Sonnenuntergang am einsamen italienischen Horizont und im Autoradio reitet ein sehnsüchtiger Cowboy mit... Prägungen, die erst Jahre später wieder zum Vorschein kamen, nachdem die Counting Crows Trummer mit ihrer ersten Platte von Hardrockelend erlöst hatten und er als junger Songwriter mit der ehemaligen Schülerband Doctor Snugler erste Erfahrungen sammelte.

Verschiedene Bands und erste Erfolge als Songwriter
In der Region hatte man sich bald einen gewissen Namen erspielt, aber auch mit der Nachfolgeband echOtrio kam man zwar zu einer guten Anzahl Auftritte, jedoch gelang der Schritt aus dem Berner Oberland weg nie so ganz. Trummer hatte nebenbei auch noch das Grungetrio 3Glorious7 und eine akustische Formation mit Cello und Querflöte namens Velvet Castions.
Alles begann sich zu verändern als Velvet Castions 1999 den Thuner Song- writerwettbewerb gewann. Vermehrt trat er nun auch solo auf und begann ohne Band an Demos zu arbeiten.

Die erste Maxi-CD
In der Stammbeiz in Thun lernte er den ehemaligen Merfen Orange- und Büne Huber-Gitarristen Mathias Hofer kennen, der Freude an seinen Songs hatte und ihm anbot eine Maxi-CD zu produzieren, um eine ernstzunehmende Visitenkarte vorweisen zu können. Dank Hofers Kontakten konnten Andi Hug und Monic Mattys (inzwischen beide bei Patent Ochsner) als Rhythmusgruppe gewonnen werden und so gab es im März 02 im Mokka Thun die Plattentaufe zur ersten Trummer-Maxi.

„Night Light“
Mit der CD und wechselnden Bandbesetzungen war Trummer dann „on the road“ und spielte in einem Jahr um die 30 Konzerte. Unterdessen machte auch die Visitenkarte die Runde und bereits im Herbst 02 meldete sich der Innerschweizer Songwriter Reto Burrell bei Trummer und bot an, die Produktion eines ersten Longplayers zu übernehmen. Man fand sich bald und dank einigen glücklichen Fügungen konnte der Engineer Helge Dyk (Crank, Plüsch, Florian Ast, Subzonic uva) gewonnen werden. Man verschanzte sich im Winter 03 für fast einen ganzen Monat in den Baselcitystudios, hatte Sessiongäste wie Adrian Weyermann, Hendrix Ackle und Wolf Zwiauer. Nach einem weiteren Konzertsommer mit der neuen Bandbesetzung ist diese Platte mit dem Titel „Night Light“ am 19.1.2004 bei Sound Service erschienen.

Eine thematisch geschlossene Platte
Wie bei Erstlingen üblich, haben die Songs auf „Night Light“ teilweise lange Geschichten. Bereits im Herbst 1999 etwa nahm Trummer eine erste Version von „Slow Fade“ auf, „Passing by“ und „Oh Boy“ hingegen entstanden gerade noch rechtzeitig um überhaupt auf die Liste zu kommen. Man hatte also reichlich Material zur Auswahl.
„Ich hatte einerseits ein paar alte Lieblinge, die ich auf meinem Debut unbedingt dabeihaben wollte“, sagt Trummer, „andererseits stehe ich sehr auf Platten, die thematisch geschlossen sind. Ich weiss, dass nicht viele Leute hier bei einem englischsingenden Schweizer Künstler den Texten grosse Beachtung schenken, aber für mich war es wichtig, dass man die Platte durchhören kann und ein in sich stimmiges Statement bekommt, eine durchgehende Stimmung. ‚Night Light‘ wird wohl meine ‚nüchterne‘ Platte sein, da hätte so ein oberverliebter Song schwer draufgepasst.“
So gingen einige der Texte noch durch teilweise massive Veränderungen, auch damit die drei Jahre Schreiberfahrung zwischen den ältesten und jüngsten nicht ins Gewicht fallen.
Tatsächlich war „Sober“ (Nüchtern) einmal als Plattentitel im Gespräch, und das hätte gut gepasst. Auch wenn viele der Texte auf den ersten Eindruck melanchloisch bis traurig erscheinen, ist es für Trummer keineswegs eine depressive Platte. „Im Gegenteil“, erklärt er. „Gerade weil man den Dingen ins Auge blickt und sie nicht schönzureden versucht, verlieren sie ihre Schwere.“ So funktioniert für ihn auch Musik: „Ich gehöre nicht zu den Leuten, die fröhliche Musik auflegen um sich zu trösten. Ich suche lieber den Soundtrack zu meiner Stimmung und geniesse sie so gut wie möglich.“

Zu den Songs
Und so erzählt Trummer mit illusionslosem Blick seine Geschichten.
„Anything but straight“ beobachtet jene, die dann doch immer da bleiben.
In „Make it alright“ wird ergebnislos nach Gründen und Lösungen gesucht für jene Tage, an denen einfach nichts stimmt.
Ein Abend zuhause, an dem zu viel gedacht wird, ist die Ausgangslage für „Oh Boy“.
„Nameless“ will sich nicht zufrieden geben mit einfachen Erklärungen für alles.
In „Don’t worry“ bringt abendlicher Sommerregen die Erinnerungen, an jemanden, der gehen musste.
Einer findet sich damit ab, dass die Liebe langsam verblasst in „Slow Fade“.
Der „Point of no return“ ist an einem Morgen erreicht, an dem man sich nichts mehr zu sagen hat und alles klar ist.
Schliesslich wird der alternde „Artist“ befragt, wohin das nun geführt hat mit dem grossen Traum.
„Passing by“ findet an einem klaren Herbsttag den Frieden mit der Vergänglichkeit.
In der Pariser Metro sieht einer „Subway Eyes“ und wünschte, er könnte sie trösten, und ganz am Schluss muss in „As you are“ leider festgestellt werden, dass man sich schlicht getäuscht hat.

Bleibt die Frage nach dem Titel. Neben dem offensichtlichen Kontrast der beiden Wörter, mag Trummer vor allem ihr Zusammenspiel: „Mit gefällt daran besonders, dass er verschiedene Atmoshpären schafft. Die urbane Lebendigkeit der nächtlichen Stadt und die Intimität der Nachttischlampe.

Nach oben

Christoph Trummer
Christoph Trummer
Christoph Trummer
Christoph Trummer
Christoph Trummer
Christoph Trummer

the band (vlnr)

  • christof jaussi: drums and vocals
  • christoph trummer: vocals, ac. & el. guitars
  • maze künzler: guitars and vocals
  • robert aeberhard: bass
 
 
Musiker gesucht - Johnny Werren's Play Music Agency